{"id":188,"date":"2014-07-28T14:14:00","date_gmt":"2014-07-28T14:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.taunus-schule.de\/?page_id=188"},"modified":"2014-07-28T14:14:00","modified_gmt":"2014-07-28T14:14:00","slug":"elternabend-mit-selbstbewusstsein-gegen-missbrauch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wp.taunus-schule.de\/?page_id=188","title":{"rendered":"Elternabend: Mit Selbstbewusstsein gegen Missbrauch"},"content":{"rendered":"<p class=\"teasertext\"><strong>Nast\u00e4tten \u2013 Der Kinderschutzbund hat in einem \u00f6ffentlichen Elternabend in Nast\u00e4tten dar\u00fcber informiert, wie sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt verhindert werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<div class=\"article_body\">\n<p>Nast\u00e4tten &#8211; Der Kinderschutzbund hat in einem \u00f6ffentlichen Elternabend in Nast\u00e4tten dar\u00fcber informiert, wie sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt verhindert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt sind an sich schon verdammungsw\u00fcrdige Verbrechen. Sind aber Kinder die Opfer, ist es umso ersch\u00fctternder. Sie sind ihren Peinigern hilflos ausgesetzt, k\u00f6nnen sich nicht wehren und verstehen nicht, was ihnen passiert.<\/p>\n<p>Dass die Seelen der Kinder nicht verletzt werden, hat sich der Kinderschutzdienst des Caritas-Zentrums in Lahnstein zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen des vor f\u00fcnf Jahren gegr\u00fcndeten \u201eKoblenzer Pr\u00e4ventionsprojektes gegen den sexuellen Missbrauch an M\u00e4dchen und Jungen\u201c f\u00fchrte der Kinderschutzdienst in der Taunusschule und der evangelischen Kindertagesst\u00e4tte Nast\u00e4tten Informationsveranstaltungen durch, um den Kindern, Lehrern und Erzieherinnen Hilfestellungen zur Pr\u00e4vention zu geben.<\/p>\n<p>Zum Abschluss hatte Irmgard Mader vom Kinderschutzdienst die Eltern der Kinder zu einem \u00f6ffentlichen Elternabend ins B\u00fcrgerhaus eingeladen. Sie stellte Gisela Braun, Diplom-P\u00e4dagogin aus Koblenz, vor, die sich seit 22 Jahren im K\u00f6lner Verein \u201eArbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle NRW\u201c mit dieser Problematik auseinandersetzt. Sie verstand es, in ihrer humorvollen Art zun\u00e4chst die verhaltene Stimmung im Raum zu l\u00f6sen. \u201eSexueller Missbrauch an unseren Kindern ist leider immer noch so etwas wie ein Tabu, das wir aufbrechen m\u00fcssen, um unsere Kinder zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Anhand einiger Fallbeispiele erkl\u00e4rte sie, mit welch perfiden Methoden sich die T\u00e4ter an die Kinder herantasten, sie von sich abh\u00e4ngig machen und sie und ihre Umgebung manipulieren, um eine unauff\u00e4llige \u201eNormalit\u00e4t\u201c zu schaffen. S\u00e4tze wie \u201eWenn du das der Mama sagst, dann wird sie ganz schlimm krank\u201c verursachen bei Kindern \u00c4ngste, die sie nicht verarbeiten k\u00f6nnen. Damit war die Referentin beim Thema, n\u00e4mlich der Frage: \u201eWo lauern die Gefahren?\u201c. \u00dcberall, denn es gebe keinen bestimmten T\u00e4tertyp. Sie stammen aus allen Gesellschaftsschichten. \u201eSexuelles Interesse an Kindern kommt nicht pl\u00f6tzlich\u201c, fuhr Gisela Braun fort, \u201edas beginnt sehr fr\u00fch. Es gibt aber keinen sexuellen Grund zum sexuellen Missbrauch. Erwachsene haben vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten, ihre sexuellen W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen.\u201c Es gebe keinen sexuellen Notstand.<\/p>\n<p>Vertrauensstellungen aber w\u00fcrden den Missbrauch erleichtern. \u201eEs sind niemals die Kinder, die den Missbrauch provozieren. Die Verantwortung liegt ganz allein bei den T\u00e4tern.\u201c Missbrauch k\u00f6nne nicht vollst\u00e4ndig verhindert werden, Vorbeugung aber sei ein Schutz.<\/p>\n<p>\u201eSexualerziehung ist ein ganz wesentlicher Punkt der Vorbeugung\u201c, mahnte die P\u00e4dagogin. Sie beginne mit der Sprache, etwa mit der anatomisch richtigen Benennung der K\u00f6rperteile. Es gebe nicht \u201edas da unten\u201c, es gibt den Penis und die Scheide, sagte Braun. \u201eDie Kinder m\u00fcssen zu Hause \u00fcber Sexualit\u00e4t reden k\u00f6nnen, wann immer es ihnen in den Sinn kommt.\u201c Kinder probieren sich aus, und die Erwachsenen h\u00e4tten die Pflicht, einen sicheren Rahmen daf\u00fcr zu schaffen. Auch m\u00fcsse das Kind selbst entscheiden k\u00f6nnen, von wem es Z\u00e4rtlichkeiten duldet. Das K\u00fcsschen der Oma sei beileibe nicht immer willkommen. Bis zur Einschulung m\u00fcssten die Kinder ein Basiswissen erlangt haben \u00fcber ihren K\u00f6rper, \u00fcber Empf\u00e4ngnis, Schwangerschaft und Geburt. \u201eVorbeugung verhindert keinen Missbrauch, aber das Kind hat eine gro\u00dfe Chance, nicht missbraucht zu werden, weil es zu Selbstbewusstsein und St\u00e4rke erzogen wurde und gelernt hat, Gefahren zu erkennen und wei\u00df, wie es sich wehren kann\u201c, schloss Gisela ihr beeindruckendes Referat. F\u00fcr die Eltern hatte sie einen Trost parat: \u201eWir Eltern k\u00f6nnen in der Erziehung unserer Kinder nicht perfekt sein, aber perfekte Eltern sind f\u00fcr die Kinder auch ein Gr\u00e4uel.\u201c<\/p>\n<p><strong>Norbert Schmiedel<\/strong><\/p>\n<p>(Quelle: Rhein-Zeitung vom 22.01.2013)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nast\u00e4tten \u2013 Der Kinderschutzbund hat in einem \u00f6ffentlichen Elternabend in Nast\u00e4tten dar\u00fcber informiert, wie sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt verhindert werden k\u00f6nnen. Nast\u00e4tten &#8211; Der Kinderschutzbund hat in einem \u00f6ffentlichen Elternabend in Nast\u00e4tten dar\u00fcber informiert, wie sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt verhindert werden k\u00f6nnen. Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt sind an sich schon verdammungsw\u00fcrdige Verbrechen. 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